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| Bessere Schulen für Bayern | |||||
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Christine Goertz | |||||
Mit Kabinettsbeschluß ist die Entscheidung gefallen, die Realschulen bis zum Jahre
2006/07 in die sechsstufige Form (R6) zu überführen. Es ist eine Entscheidung
gegen die Interessen der meisten Kinder und Jugendlichen und
ihrer Eltern, die sich mit großer Mehrheit gegen die R6 ausgesprochen haben. Es ist
eine Entscheidung gegen die Grundschule und eine gestärkte Hauptschule.Die sechsklassige Realschule macht die 4. Klasse der Grundschule zum Entscheidungsjahr. Auslesedruck und Versagensängste nehmen zu. Die Grundschule aber bräuchte Zeit für Begabungsentwicklung, individuelle Förderung, Differenzierung, Zeit für Fremdsprachen- und Computerlernen, Zeit für praktisches Lernen und Freiarbeit. Die bayer. Staatsregierung spricht von einer "Stärkung der Hauptschulen". Nur: Woher sollen die SchülerInnen für die Hauptschule kommen, wenn noch mehr Kinder als bisher durch Absenken des Notendurchschnitts an die Realschule überwechseln werden? Es wird Schwierigkeiten bereiten, die jetzt an den Hauptschulen geplanten Mittlere-Reife-Zweige (M-Züge) oder Praxisklassen einzurichten und außerdem wird besonders im ländlichen Raum teurer Schülertourismus entstehen. Viele wohnortnahen Teilhauptschulen werden sterben. Schulen, in die noch vor kurzer Zeit viel Geld gesteckt wurde, werden zu Investitionsruinen. Der zusätzliche Raumbedarf für den Ausbau zu 6-stufigen Realschulen wird dagegen bayernweit viele hundert Millionen verschlingen und die ohnehin belasteten kommunalen Finanzen noch weiter einengen. Mit anderen Worten: Die bayer. Staatsregierung setzt 2,3 Milliarden Mark in eine pädagogisch unsinnige, strukturell schädliche und finanziell abenteuerliche Veränderung des bayerischen Schulsystems. Für die überfälligen Reformen zu Verbesserung der Schulen, zur Modernisierung des Lehrens und Lernens wird die sechsstufige Realschule kein Geld übriglassen. Kein Geld für kleinere Klassen, für die Rückgabe gestrichener Unterrichtsstunden, für mehr Sportunterricht, für vielfältige staatliche Ganztagsangebote, für mehr Multimediaausstattung und intensive Fortbildung, für mehr Lehrkräfte. Statt dessen werden Wahl- und Ergänzungsunterricht eingeschränkt, Neigungsgruppen entfallen und Lehrkräfte müssen mehr Unterrichtsstunden halten. Aber: An Bayerns Schulen krankt es weniger an den Strukturen als an den bereits erwähnten zu großen Klassen, bis an die Grenzen belasteten Lehrern, zuviel Stoff und zuwenig Zeit, vielerorts rückständiger Ausstattung und fehlenden Betreuungsmöglichkeiten. Was will die SPD? Wir wollen ein Schulsystem, das durchlässig ist und mit seinen Angeboten den Bedürfnissen, den Begabungen und den Leistungen der Kinder gerecht wird. An die Stelle der frühen Auslese muß eine längere gemeinsame Schulzeit mit einer Orientierungsphase in der fünften und sechsten Jahrgangsstufe treten, um den Eltern mehr Entscheidungsfreiheit über die Schullaufbahn ihrer Kinder zu geben. Die SPD will die Modernisierung und die Öffnung des Schulsystems zu neuen Schulformen, die für die jeweilige Region "maßgeschneidert" sind. Regionale, wohnortnahe Schulen, d.h. Haupt- und Realschulen unter einem Dach. Die Vorteile für unsere Schulkinder sind:
Wir brauchen bessere Schulen. Das sind wir unseren Kindern schuldig. Wenn uns die Zukunftschancen unserer Kinder wichtig sind, müssen wir für eine Verbesserung des Bildungsangebotes an allen bayerischen Schulen sorgen.
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